Dem Hund Grenzen setzen. Doch wessen Grenzen?

Wir saßen in einer gemütlichen Runde. Bei schönem Wetter, es war draußen. Ein Hundeverein hatte zu einem Grillabend und zur Unterhaltung eine Kynologin eingeladen. Zu meinem Glück durften auch nicht Vereinsmitglieder an dieser Veranstaltung teilnehmen. Ich war gespannt und aufgeregt, wie auch die Mehrzahl der Besucher. Und so saßen wir in kleinen Gruppen, aßen an Bierzeltgarnituren und fabulierten und sinnierten darüber, was wir wohl gleich hören würden. Das Thema war war klar: Hunden Grenzen setzen. Normalerweise höre ich sonst von Hundehaltern in solchen Situationen, wie toll ihr Hund ist. Was der alles so kann, was sie alles so erlebt haben, manchmal wird mir die gesamte Biografie des Hundes dargelegt. Das war in diesen Verein nicht so. Zumindest nicht an diesem Abend. Und so führte ich mit einigen Vereinsmitgliedern schöne und interessante Gespräche unter den Blättern der Bäume und dem Duft des Grillens. Es waren Gespräche, die mir auch neue Gedanken und neue Ideen gaben. Neue Einsichten in die Gedankenwelt von Hundehaltern.

Die Grenzen des Hundes setzen oder meine Grenzen?

Zu Beginn bildeten wir einen Halbkreis mit mehreren Reihen aus Stühlen. Dort nahmen ungefähr 50 Teilnehmer Platz. Vorne stand eine brünette Frau, mitte 30 bis 40. Die Kynologin erklärte uns, wie wir es erreichen können, dass unsere Hunde sich frei entwickeln können und wie wir sie dazu anleiten müssen. Sie sprach davon, dass wir den Hunden einen Rahmen geben müssten, ihnen Grenzen setzen müssen, indem die Hunde sich frei entwickeln und ihre eigenen Erfahrungen sammeln können. Diesen Rahmen würden wir dem Hund dadurch vorgeben, dass wir ihm seine Grenzen setzten. Auf dieser Grundlage baute dann alles weitere auf, was die Kynologin uns noch erklärte. Es folgten Beispiele und Details, die uns Zuhörern sehr eindrucksvoll erklärt wurden. Leider bestand erst am Ende die Möglichkeit innerhalb einer Diskussion Fragen zu stellen. Denn in dem gesamten Gedankenkonstrukt der Kynologin bestand ein entscheidender Fehler: Wenn ich möchte, dass mein Gegenüber, in diesem Falle also ein Hund, sich in einem gewissen Rahmen frei entwickeln kann, so darf ich nicht ihm seine Grenzen zeigen. Denn wenn ich ich die Grenzen des Hundes setze, kann er sich nicht frei entwickeln, er kann dann nicht über seine eigenen Grenzen hinauswachsen und Erfahrungen für das Leben sammeln. Ich muss in einem solchen Fall meinem Gegenüber meine Grenzen zeigen, die er nicht überschreiten darf. Wenn ich meinem Gegenüber meine Grenzen zeige, so weiß er, wie weit er gehen darf und kann sich entsprechend entwickeln. So hat er einen Rahmen, indem er sich frei entwickeln und entfalten kann. Er darf in dem Rahmen seine eigenen Entscheidungen treffen und dadurch ein kontrollierbares Mitglied einer Gemeinschaft werden.

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